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strandsandhandwandland

by xochil 2002

es war am meer, es war nicht mai, es war fast winter; auf alle fälle lag der sommer hinter uns; an eben dieser ungenauen stelle zeit rückten wir einander auf die pelle, und das ziemlich weit, wir kannten uns seit mai und warn uns noch nicht leid; jetzt war es nacht, der alte mond schien wieder helle, als deine hände blitzeschnelle eine schwelle dessen überschritten, was sich in einem strandkorb mitten unter anderen so ziemt; nach außen ham wir weiter wilde mondscheinguckerei gemimt in unserm strandkorb da im nachtsand, in dem ich mich so still ich konnte unter deiner hand wand, hat unter deiner hand mein weißes blut gebrannt, das ist durch alles zündschnuraderwerk gerannt bis es versammelt die, wie ich fälschlicherweise dachte, bombe fand, doch das, was dann passierte hat mich, weil es deine männerhände waren, übermannt: die bombe ging nicht hoch, es gab gar keine, alleine - ich fand etwas, das war mir bisher unbekannt geblieben: ich fand mit dir am nordseestrand über dem dunkelblauen nachtmeersand unter den augen eines neuen mondes ein ganzes land, ich fand ein ganzes land! das ham die tausend sterne, die ich darüber sah, das große strandsandhandwandland genannt. das strandsandhandwandland hab ich als glück erkannt! und wenn es wieder winter wird in unsrer wirren stadt, in der wir alltags leben, und wenn es wieder winter wird zwischen uns beiden, weil wir uns den zum leben so wesentlichen stoff zum schweben nicht zu geben wissen, dann will ich, herz, nicht aufhörn mit dem mit-dir-träume-fischen - denn seit der nacht am meer, es war nicht mai, will ich mich dichter, zarter, länger an dich binden; ich will mit dir das glück, das strandsandhandwandland und drüber tausend sterne immer wieder immer wieder wiederfinden.